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Erste Hilfe für die Seele weit draußen auf der Nordsee

26. 07. 2017 | 10:14
Johanniter haben erstes offshore versetzbare PSNV-Team in Europa

Johanniter haben erstes offshore versetzbare PSNV-Team in Europa

Oldenburg/Berne. Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat das erste PSNV-Team europaweit, das offshore in den Windparks auf der Nordsee eingesetzt werden kann und darf. Vier Mitglieder des PSNV-Teams des Ortsverbands Oldenburg wurden von den Dozenten des Fachbereichs Offshore im Ortsverband Stedingen der Johanniter-Unfall-Hilfe entsprechend geschult. PSNV steht für Psychosoziale Notfallversorgung und wird auch „Erste Hilfe für die Seele“ genannt. Die PSNV-Teams sind darauf geschult, sich um Menschen zu kümmern, die bei einer Notlage nicht unmittelbare betroffen oder körperlich verletzt wurden, aber seelischen Schaden genommen haben. Das sind zum Beispiel Zeugen oder unverletzte Beteiligte eines Unfalls oder Angehörige eines Verstorbenen. „Wir kümmern uns um die Leute, die keine Hilfe vom Rettungsdienst benötigen“, erklärt Anja Schlottke, Leiterin des PSNV-Teams Oldenburg.

Themen der Offshore-Ausbildung waren unter anderem der Überstieg vom Zubringerboot auf eine Plattform, das Drehen einer umgekippten Rettungsinsel, der Ausstieg im Überlebensanzug über eine Rettungsleiter und vieles mehr. Dabei gingen Anja Schlottke, Dr. Marie-Christine Vierbuchen, Stefan Brune-Keestra und Andreas Henkel bis an die körperlichen Grenzen. „Wir haben schlechtes Wetter bei Nacht mit Windstärken von mehr als 40 Knoten und zwei Meter hohen Wellen simuliert“, sagt Dozent Jan Gartemann. Eine Herausforderung war auch das HUET, das Helicopter Underwater Escape Training. Die vier PSNVler mussten in einer Hubschrauberkapsel sitzen, die im Schwimmbecken des Maritimen Trainingszentrums Wesermarsch (MTZW) in Elsfleth versenkt wurde. Dabei mussten die Insassen so lange sitzen bleiben, bis die Kapsel vollständig gedreht ist und dann über Kopf hängend aussteigen. „Wir haben eine ganze Menge Wasser geschluckt“, berichtet Schlottke. „Aber jetzt fühlen wir uns fit, im Notfall auf der Nordsee richtig zu handeln.“

Mögliche Einsatzszenarien sind Unfälle auf Konverterplattformen oder Windenergieanlage. „Unsere Aufgabe ist es, dass wir uns psychologisch um die Kollegen des verunglückten Arbeiters kümmern, der von den Offshore-Rettern versorgt und ausgeflogen wird.“ Die Kollegen bleiben mit ihren Eindrücken und Ängsten alleine zurück. „Wir fangen sie dann auf.“ Die jetzt absolvierten Trainings sind Voraussetzung, um mit dem Helikopter auf die Nordsee hinaus fliegen zu dürfen. Der Fachbereich Offshore der Stedinger Johanniter stellt das rettungsdienstliche Personal für die Offshore-Rettungshubschrauber von Northern HeliCopter und zahlreiche Sanitätsstationen auf Plattformen in den Offshore-Windparks.

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